Von dem Niedergang der Schifffahrt konnte sich Buxtehude erst im 19. Jahrhundert erholen, wenn auch auf bisher ungewohnte Weise. Die Industrielle Revolution, die schon Mitte des 18. Jahrhunderts in England eingesetzt und neue Erfindungen wie die Dampfmaschine mit sich gebracht hatte, erstreckte sich im 19. Jahrhundert auch nach und nach auf die deutschen Städte.
Hierbei war Buxtehude wieder die Lage an der Este von Vorteil, denn die damaligen Fabriken benötigten Flüsse als Handelswege, um Rohstoffe und fertige Waren transportieren zu können. Somit wurden besonders in der Nähe des Hafens die ersten Fabriken errichtet, unter anderem eine Werft, eine Zementfabrik, eine Ölmühle, eine Steingutfabrik und eine Dampfsägemühle.
Auch in Altkloster konnte eine bereits seit längerer Zeit existierende Papiermühle ausgebaut werden und dazu führen, dass sich das Klosterdorf in einen wichtigen Industrievorort verwandelte. In diesen Zeiten konnte wieder ein Anstieg der Einwohnerzahlen verzeichnet werden, so dass auch weitere kleinere Betriebe in der Altstadt entstanden.
Während der beiden Weltkriege folgten neuerliche Krisenzeiten, die einen Einbruch des wirtschaftlichen Fortschrittes nach sich zogen. Da die Stadt die Bombenangriffe gegen Ende des Zweiten Weltkrieges weitestgehend unbeschadet überstanden hatte, konnte der Aufschwung durch den planmäßigen Ausbau von Gewerbe- und Industriegebieten jedoch schnell einsetzen und letztlich dafür sorgen, dass auch bis heute Buxtehude ein wichtiger Standort für Industrie, Handel und Dienstleistungen geblieben ist.
Besonders bekannt sind seitdem die Buxtehuder Modelle. So fand 1966 eine vielbeachtete Reform der gymnasialen Oberstufe statt, die beispielhaft für die bundesweite Oberstufenreform war. Ein weiteres Modell war das Forschungsprojekt der „Flächenhaften Verkehrsberuhigung“. Hierbei wurden unter anderem Tempo-30-Zonen errichtet, wofür die Stadt vom ADAC in einem Wettbewerb zur Verkehrssicherheit mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde.
Auch die Planung des neuen Wohngebietes Estetal, welches auf dem Gelände einer früheren Kaserne errichtet wurde, war ein weiteres wichtiges Projekt im Jahr 1994, das nicht nur dafür sorgte, dass neue Wohnhäuser entstanden, sondern auch dem Technischen Hilfswerk, der Sozialstation und dem Malteserhilfswerk einen Standort schenkte.
Dieser Beitrag wurde geschrieben am Donnerstag, 13. August 2009 und wurde abgelegt unter "Buxtehude". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.
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